Ökologisches Waschen, das Wasser und Energie spart, gelingt Ihnen dank ein paar cleverer Gewohnheite
Waschen gehört zu den unauffälligsten Routinearbeiten im Haushalt. Der Korb füllt sich, die Waschmaschine wird eingeschaltet, die Wäsche wird aufgehängt – und es geht weiter. Doch gerade diese „Selbstverständlichkeit“ hat überraschend große Auswirkungen darauf, wie viel Wasser wir verbrauchen, wie viel Energie zu Hause durch die Steckdose fließt und wie viele Chemikalien im Abwasser landen. Die gute Nachricht ist, dass ökologisches Waschen keine asketische Disziplin für ein paar Enthusiasten ist. Tatsächlich geht es vor allem um ein paar clevere Gewohnheiten, die es ermöglichen, umweltfreundlich zu waschen, weniger Wasser zu verbrauchen, die Lebensdauer der Kleidung zu verlängern – und oft auch Geld zu sparen.
Vielleicht klingt das zu einfach. Aber Hand aufs Herz: Wie oft wird „zur Sicherheit“ gewaschen, weil es immer so gemacht wird? Und wie oft wird mehr Waschmittel in die Trommel geschüttet, weil „es gut riechen soll“? Dabei ist das sauberste Waschen oft das, das weniger aggressiv, weniger heiß und besser durchdacht ist.
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Ökologisches Waschen und Wasser: Wie viel verschwindet eigentlich in der Trommel
Beginnen wir mit dem, was die meisten Menschen am meisten interessiert: wie viel Wasser das Waschen verbraucht. Die genaue Zahl variiert je nach Waschmaschinentyp, Programm, Ladungsgröße und Alter des Geräts. Moderne sparsame Waschmaschinen haben deutlich niedrigeren Verbrauch als ältere Modelle, aber dennoch gilt, dass jedes Waschen eine Kombination aus Wasser und Energie ist.
Allgemein kann man sagen, dass eine Waschladung etwa einige Dutzend Liter Wasser verbrauchen kann. Manchmal weniger, manchmal mehr – es hängt davon ab, ob im Sparprogramm gewaschen wird, ob die Waschmaschine aufgrund einer unausgewogenen Ladung Wasser hinzufügt oder ob Programme mit zusätzlichem Spülen gewählt werden. Dazu kommt die Energie zum Erhitzen des Wassers, die oft den größten Teil der „Kosten“ des Waschens ausmacht.
Ein weiterer Aspekt, über den immer mehr gesprochen wird, sind Mikrofasern aus Textilien. Besonders synthetische Materialien (Polyester, Acryl, Nylon) setzen beim Waschen feine Fasern frei, die in Gewässer gelangen können. Es geht nicht um Panikmache, sondern um die Erinnerung daran, dass Waschen auch eine Frage dessen ist, was abfließt. Als guter Kontext kann zum Beispiel die übersichtliche Zusammenfassung der Mikroplastik-Problematik von UNEP – Umweltprogramm der Vereinten Nationen dienen, das seit langem auf Verschmutzungsquellen und Präventionsmöglichkeiten hinweist (insbesondere Textilien werden in der Debatte häufig erwähnt).
Jetzt zu den praktischen Aspekten: Ökologisches Waschen bedeutet nicht unbedingt weniger zu waschen, sondern klüger zu waschen. Wasser und Energie können reduziert werden, ohne dass man in einem „halbsauberen“ T-Shirt herumläuft.
Wie man ökologisch wäscht, Wasser und Geld spart – und trotzdem wirklich saubere Wäsche hat
Ökologisches Waschen beruht nicht auf einem einzigen Wundermittel. Es ist vielmehr eine Ansammlung kleiner Entscheidungen, die sich summieren. Und oft funktionieren sie auch dort, wo niemand es erwarten würde: zum Beispiel bei Handtüchern, Bettwäsche oder Sportkleidung.
Beginnen wir mit dem Wichtigsten: der Temperatur. Der größte Teil der Energie beim Waschen wird für das Erhitzen des Wassers aufgewendet. Wenn man bei 60 °C statt bei 30 °C wäscht, kann der Unterschied im Energieverbrauch erheblich sein. Dabei schaffen moderne Waschmittel und längere Waschprogramme oft auch bei niedrigeren Temperaturen normale Verschmutzungen. Natürlich gibt es Situationen, in denen höhere Temperaturen sinnvoll sind (z. B. bei Krankheit im Haushalt oder bei spezieller Wäsche), aber für den täglichen Waschgang von T-Shirts, Sweatshirts oder Jeans sind 30–40 °C völlig ausreichend.
Ein großer Beitrag ist auch die Füllmenge der Waschmaschine. Eine halb leere Trommel ist einer der häufigsten Wege, um unnötig viel Wasser und Energie pro Kilogramm Wäsche zu verbrauchen. Zugleich gilt jedoch, dass die Waschmaschine nicht „vollgestopft“ werden sollte. Das Ideal ist, die Trommel vernünftig zu füllen, sodass sich die Wäsche frei bewegen kann – oft wird empfohlen, oben etwa eine Handbreite Platz zu lassen. Dadurch wird das mechanische Waschen verbessert und manchmal auch der Bedarf an zusätzlichem Spülen reduziert.
Ein weiteres Kapitel ist die Dosierung des Waschmittels. Hier zahlt sich ein wenig Disziplin aus, denn „mehr“ bedeutet fast nie „sauberer“. Im Gegenteil: Ein Übermaß an Pulver oder Gel lässt sich schlechter ausspülen, die Wäsche wirkt steif, kann die Haut reizen und die Waschmaschine benötigt mehr Wasser zum Spülen. Die richtige Dosierung richtet sich nach der Wasserhärte, der Menge der Wäsche und dem Verschmutzungsgrad. Wenn zu Hause hartes Wasser vorherrscht, hilft entweder die Wahl eines geeigneten Mittels oder die Zugabe eines natürlichen Weichmachers – aber stets mit Bedacht. Ökologisches Waschen geht nämlich nicht nur um das „Öko“-Etikett, sondern auch darum, dass die Wäsche nach dem Waschen angenehm ist und die Waschmaschine nicht mit Ablagerungen verstopft.
Viele Menschen verwenden auch automatisch Weichspüler. Doch Weichspüler ist oft nicht notwendig und kann bei Funktionskleidung sogar schädlich sein (verringert die Atmungsaktivität und die Fähigkeit, Feuchtigkeit abzuleiten). Geht es hauptsächlich um Weichheit, reicht oft das Trocknen an der Luft, das richtige Schleudern oder mit der Zeit auch die Wahl des Materials. Und wenn es um Duft geht, kann man auch mit schonenderen Mitteln ein angenehmes Ergebnis erzielen – zum Beispiel mit einem hochwertigen Waschmittel mit sanfter Parfümierung oder indem man die Wäsche nach dem Waschen nicht lange in der Waschmaschine liegen lässt.
Ein großes Thema sind auch Vorwäsche und extra Spülen. Bei normal getragener Kleidung sind diese Optionen oft unnötig und erhöhen nur den Wasserverbrauch. Die Vorwäsche macht bei wirklich stark verschmutzter Wäsche (Kinderkleidung nach Schlamm, Arbeitskleidung) Sinn, aber als Standardeinstellung ist es eher Gewohnheit als Notwendigkeit. Ähnlich verhält es sich mit „extra Spülen“: Manchmal ist es wichtig (empfindliche Haut, Allergien, übermäßige Dosierung des Mittels), aber wenn das Pulver richtig dosiert wird, kann man oft darauf verzichten.
Und wie sieht es mit dem Trocknen aus? Auch das hängt mehr mit dem Waschen zusammen, als es scheint. Wenn die Wäsche gut geschleudert wird, trocknet sie schneller. Doch extreme Schleudergänge können für einige Stoffe hart sein. Es lohnt sich, einen Kompromiss zu finden: Bei Handtüchern und Bettwäsche sind höhere Schleudergänge in der Regel unproblematisch, bei empfindlicheren Stücken ist ein schonenderer Modus besser. Im Trockner steigt dann der Energieverbrauch, aber auf der anderen Seite kann er Allergikern (Pollen) helfen und Zeit sparen. Für die Nachhaltigkeit ist oft die beste Kombination: an der Luft trocknen, den Trockner vernünftig nutzen und vor allem nicht übertrocknen.
Ein Satz, der im Zusammenhang mit einem nachhaltigen Haushalt immer häufiger zu hören ist, lautet: „Die umweltfreundlichste Energie ist die, die wir nicht erzeugen müssen.“ Beim Waschen gilt das Gleiche – und ebenso für das Wasser.
Ein Beispiel aus dem wirklichen Leben: Was ein paar Änderungen in einer normalen Woche bewirken können
Stellen wir uns einen normalen Haushalt mit zwei Erwachsenen und einem Kind vor. Fünf bis sieben Waschladungen pro Woche sind nichts Ungewöhnliches: Kindergarten, Sportkleidung, Handtücher, Bettwäsche. Lange wird bei 60 °C gewaschen „wegen der Hygiene“, Weichspüler wird hinzugefügt, gelegentlich Vorwäsche, gelegentlich extra Spülen. Die Waschmaschine läuft auch halb leer, wenn „es genug ist“.
Dann kommt die Veränderung, die keine Revolution ist: Die Wäsche wird nicht nur nach Farbe, sondern auch nach Verschmutzungsgrad sortiert. Normale Kleidung wird bei 30–40 °C gewaschen, Handtücher und Bettwäsche je nach Bedarf, die Vorwäsche wird nur bei wirklich verschmutzten Sachen eingeschaltet. Das Waschmittel wird genau nach Wasserhärte und Wäschemenge dosiert, Weichspüler wird nur selten verwendet. Plötzlich zeigt sich, dass die Wäsche genauso sauber ist, aber die Waschmaschine nicht stinkt, die Wäsche angenehmer zu berühren ist und der Verbrauch an Mitteln sinkt.
Das ist kein idealisiertes Szenario. Es ist die Art von Veränderung, die Menschen oft beschreiben, wenn sie anfangen, Tipps zum richtigen Waschen zu suchen, um gleichzeitig die Umwelt und Geld zu sparen. Es geht nicht darum, „weniger hygienisch“ zu waschen, sondern weniger automatisch.
Tipps zum richtigen Waschen: weniger Wasser, weniger Chemie, längere Lebensdauer der Kleidung
Beim ökologischen Waschen wird oft über Wasser gesprochen, aber ebenso wichtig ist die Lebensdauer des Textils. Wenn ein T-Shirt doppelt so lange hält, ist das eine Einsparung von Material, Transport, Herstellung – und letztlich auch von Geld. Waschen ist dabei einer der Hauptfaktoren, die Kleidung abnutzen.
Es hilft schon das, was noch vor dem Einschalten der Waschmaschine passiert. Flecken können oft lokal behandelt werden, ohne dass das ganze Kleidungsstück bei hoher Temperatur gewaschen werden muss. Eine milde Gallseife oder ein sanfter Fleckenentferner leisten gute Dienste und der Rest der Wäsche kann bei niedrigerer Temperatur bleiben. Ebenso lohnt es sich, Reißverschlüsse zu schließen, Kleidung auf links zu drehen und Wäschenetze für empfindliche Wäsche zu verwenden – nicht nur wegen der Form und Farben, sondern auch wegen der geringeren Reibung, die bei Synthetik das Freisetzen von Fasern reduzieren kann.
Interessant ist auch, wie sehr das Waschen mit „unsichtbaren“ Gewohnheiten zusammenhängt. Wenn die Wäsche nach dem Waschen mehrere Stunden in der Maschine bleibt, kann sie muffig werden und man hat das Gefühl, dass man sie erneut waschen muss. Das ist genau der Moment, in dem mehr Wasser und Energie völlig unnötig verbraucht werden. Einfachheit: waschen, herausnehmen, aufhängen.
Wenn es darum geht, wie man weniger Wasser verbraucht, lohnt es sich, die Programme zu überwachen. Öko-Programme sind oft länger, sparen jedoch Energie, indem sie bei niedrigerer Temperatur waschen und effizienter arbeiten. Viele Menschen nutzen sie nicht, weil sie „ewig dauern“, doch gerade dort verbirgt sich oft die Einsparung. Und wenn die Waschmaschine eine Automatik bietet, die die Ladung wiegt und die Wassermenge anpasst, lohnt es sich, diese zu nutzen – und ihr gleichzeitig zu helfen, indem man angemessen gefüllte Maschinen wäscht.
Es ist auch gut, an die Wartung des Geräts zu denken. Eine verunreinigte Waschmaschine kann schlechter waschen, riechen und mehr Spülgänge benötigen. Gelegentliches Reinigen des Filters, der Dichtungen und des Mittelbehälters ist eine kleine Sache, die große Wirkung hat. Bei hartem Wasser kann auch regelmäßiges schonendes Entkalken helfen – nicht wegen des „Glanzes“, sondern wegen der Funktionalität und längeren Lebensdauer der Waschmaschine.
Und was ist mit Waschmitteln? Eine schonendere Wahl bedeutet oft Mittel, die biologisch abbaubar sind, ohne unnötig aggressive Bestandteile und mit vernünftiger Parfümierung. Es geht nicht um Perfektion, sondern um die Richtung: Wenn man ein Produkt wählen kann, das funktioniert und gleichzeitig rücksichtsvoller gegenüber Wasserökosystemen ist, macht das Sinn. Zum Thema chemische Stoffe im Haushalt und deren Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt hat beispielsweise die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) nützliche Informationen, die sich mit Sicherheit und Regulierung von Chemikalien in der EU befassen.
Um nicht nur bei allgemeinen Empfehlungen zu bleiben, hier eine einzige Übersicht, die man am Kühlschrank anbringen kann, um sie sich nach und nach zur Routine zu machen:
Praktische Tipps für ökologisches Waschen im Alltag
- Waschen Sie volle, nicht überfüllte Maschinen und wählen Sie das Programm nach dem Verschmutzungsgrad, nicht nach Gewohnheit.
- Reduzieren Sie die Temperatur, wann immer es sinnvoll ist (normale Kleidung hält oft 30–40 °C aus).
- Dosieren Sie das Waschmittel exakt; weniger bedeutet oft sauberes Spülen und weniger zusätzlich verbrauchtes Wasser.
- Vermeiden Sie Vorwäsche und extra Spülen, wenn sie nicht notwendig sind – sie sind unauffällige „Wasserfresser“.
- Behandeln Sie Flecken lokal und schützen Sie Textilien (auf links, geschlossene Reißverschlüsse, Säcke für Feines).
- Lassen Sie die Wäsche nach dem Waschen nicht in der Maschine, um nicht wegen Muffigkeit erneut waschen zu müssen.
Wenn über ökologisches Waschen im Zusammenhang mit Geld gesprochen wird, wird es oft auf „niedrigere Rechnungen“ reduziert. Doch die Einsparung geschieht auch anderswo: weniger abgenutzte Kleidung, weniger impulsiver Einkauf, weniger „Rettungs“-Wäschen, weil etwas nicht gut riecht oder hart ist. Und das ist schon eine angenehme Motivation, selbst für diejenigen, die sich sonst nur am Rande für Ökologie interessieren.
Vielleicht bietet sich die Frage an: Macht es wirklich einen Unterschied, ob man bei 40 °C oder bei 60 °C wäscht, ob die Vorwäsche eingeschaltet wird oder nicht? In einem Haushalt mag es als Kleinigkeit erscheinen. Doch das Waschen ist eine Routine, die sich immer wiederholt, und genau darin liegt ihre Stärke – und ihre Auswirkung. Ökologisches Waschen ist nicht über perfekte Leistung, sondern darüber, dass aus einer gewöhnlichen Gewohnheit eine durchdachte Pflege für Kleidung, Wasser und Budget wird. Und wenn man dazu noch ein wenig Freude daran hat, dass der Lieblingspullover eine weitere Saison hält, ist das eigentlich ein ziemlich guter Deal.