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# Wie man sich sicher bewegt, wenn man unter Rückenschmerzen leidet

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit in der Tschechischen Republik und sind gleichzeitig einer der verbreitetsten Gründe, warum Menschen ihre Bewegung auf ein absolutes Minimum reduzieren. Ein einziger Satz vom Arzt – „schonen Sie sich", „ruhen Sie sich aus", „heben Sie nichts Schweres" – und die meisten von uns interpretieren das als Erlaubnis (oder sogar als Anweisung), sich auf die Couch zu legen und sich überhaupt nicht zu bewegen. Doch genau das kann der größte Fehler sein, den wir bei Rückenschmerzen machen.

Die moderne Medizin hat in den letzten zwanzig Jahren ihre Sichtweise auf die Behandlung von Wirbelsäulenschmerzen grundlegend überdacht. Noch in den neunziger Jahren war Bettruhe die Standardempfehlung von Orthopäden und Hausärzten. Heute wissen wir es besser. Studien zeigen immer wieder, dass langfristige Bettruhe den Zustand der meisten Patienten mit Rückenschmerzen verschlechtert und nicht verbessert. Die Muskeln erschlaffen, die Bandscheiben verlieren die Nährstoffversorgung, die ihnen durch Bewegung zugeführt wird, und die Psyche leidet unter der Untätigkeit genauso wie der Körper.


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Warum Bewegung schmerzt und dennoch unerlässlich ist

Um es klarzustellen – es geht nicht darum, den Schmerz zu ignorieren oder sich durch ihn zu quälen. Schmerz ist ein Signal, das der Körper aus gutem Grund aussendet, und es ist keineswegs klug, ihn zu übergehen. Der Schlüssel liegt darin, den Unterschied zu verstehen zwischen Schmerz, der vor einer Schädigung warnt, und Schmerz, der durch Verspannung, Entzündung oder Muskelspasmus entsteht – und genau letztere Kategorie macht die überwiegende Mehrheit der akuten und chronischen Rückenschmerzen aus.

Stellen Sie sich eine sehr typische Situation vor: Ein Mensch dreht sich morgens ungeschickt im Bett um, spürt einen scharfen Stich im Kreuz und traut sich plötzlich keinen einzigen Schritt mehr zu machen. Die natürliche Reaktion ist, einzufrieren, sich in eine Schonhaltung zu beugen und sich so wenig wie möglich zu bewegen. Doch Muskeln, die sich im Krampf befinden, brauchen Durchblutung. Durchblutung entsteht durch Bewegung. Ohne Bewegung hält der Spasmus länger an, der Schmerz verlängert sich, und der psychische Stress durch die Immobilität verschlimmert die Situation zusätzlich. Es entsteht ein Teufelskreis, aus dem es immer schwieriger wird auszubrechen.

Die Weltgesundheitsorganisation und führende orthopädische Fachgesellschaften sind sich heute einig, dass moderate, dem aktuellen Zustand des Patienten angepasste körperliche Aktivität für die meisten Arten von Rückenschmerzen vorteilhafter ist als absolute Ruhe. Damit meinen wir selbstverständlich keinen Ausflug auf den Tennisplatz oder das Umräumen von Möbeln – aber bewusste, schonende Bewegung schon.

Dr. Ondřej Šebek, Physiotherapeut mit Spezialisierung auf vertebrogene Beschwerden, bringt es auf den Punkt: „Die Wirbelsäule ist kein Glas. Sie ist eine dynamische Struktur, die Bewegung braucht, genauso wie das Herz einen Herzschlag braucht."

Welche Bewegung ist sicher, wenn der Rücken schmerzt

Hier stellt sich die praktische Frage, die jeden beschäftigt, dessen Rücken ihn gerade nicht loslässt: Was konkret tun, damit sich die Situation nicht verschlechtert, ohne dabei in Untätigkeit zu verharren? Die Antwort hängt von der Art und Intensität des Schmerzes ab, aber es gibt allgemeine Grundsätze, die für die überwiegende Mehrheit unkomplizierter Rückenschmerzen gelten.

Gehen steht an erster Stelle. Es ist eine Bewegung, die die Wirbelsäule auf natürliche Weise gleichmäßig belastet, die tiefen Stabilisierungsmuskeln aktiviert und gleichzeitig keine spezielle Ausrüstung oder Vorbereitung erfordert. Selbst fünf Minuten langsames Spazierengehen mehrmals täglich ist besser als die ganztägige horizontale Position. Die Länge der Spaziergänge kann schrittweise erhöht werden, je nachdem wie der Körper reagiert. Gehen auf ebenem Untergrund in bequemem Schuhwerk mit guter Gewölbeunterstützung ist für einen schmerzenden Rücken wirklich eine der besten Optionen.

Darüber hinaus gibt es sanfte Dehnübungen, die sich auf die Entspannung der Muskeln rund um die Wirbelsäule konzentrieren und nicht auf deren Kraftbelastung. Die klassische „Kindeshaltung" aus dem Yoga – auf die Fersen knien, den Oberkörper vorbeugen und die Arme nach vorne strecken – verschafft vielen Menschen mit Lendenwirbelsäulenschmerzen Erleichterung. Ähnlich wirkt das langsame Anziehen der Knie zur Brust im Liegen auf dem Rücken, das die Kreuzmuskulatur sanft dehnt. Diese Übungen sind so anspruchslos, dass sie auch jemand in der akuten Schmerzphase bewältigen kann – natürlich unter der Voraussetzung, dass er sie langsam, bewusst und ohne Überanstrengung durchführt.

Schwimmen oder Bewegung im Wasser gehört zu den bevorzugten Aktivitäten von Physiotherapeuten für Patienten mit Wirbelsäulenschmerzen. Wasser entlastet den Körper, reduziert die Belastung der Gelenke und der Wirbelsäule und ermöglicht gleichzeitig relativ freie Bewegung. Es ist nicht nötig, im Becken zu wetteifern – langsames Schwimmen oder einfaches Gehen im Wasser reicht aus. Die Hydrokinesiotherapie, also das Üben im Wasser unter Anleitung eines Fachmanns, ist heute eine anerkannte Methode der Rehabilitation bei Wirbelsäulenbeschwerden.

Umgekehrt gibt es Bewegungen und Aktivitäten, die man bei Rückenschmerzen besser weglässt oder zumindest deutlich einschränkt. Dazu gehören tiefe Vorbeugen mit geraden Beinen, abrupte Rumpfrotationen, das Heben schwerer Gegenstände mit gebeugtem Rücken, klassische Sit-ups oder Aktivitäten mit starken Erschütterungen der Wirbelsäule wie Laufen auf hartem Untergrund. Es handelt sich nicht um ein dauerhaftes Verbot – nur um eine vernünftige Pause in der Zeit, in der der Rücken eine schonende Behandlung braucht.

Frau führt eine sanfte Dehnübung auf einer Matte zur Linderung von Rückenschmerzen durch

Ergonomie und alltägliche Bewegung als Grundlage der Prävention

Bewegung bei Rückenschmerzen endet aber nicht bei Übungen und Spaziergängen. Genauso wichtig – vielleicht sogar noch wichtiger – ist es, wie man sich bei alltäglichen Tätigkeiten bewegt. Wie man aus dem Bett aufsteht, wie man am Computer sitzt, wie man Einkaufstaschen hebt, wie man am Herd steht. Diese „unsichtbaren" Bewegungen machen die überwiegende Mehrheit der Belastungen aus, die die Wirbelsäule im Laufe eines Tages bewältigt, und genau hier verbergen sich häufig sowohl die Ursachen als auch die Lösungen der Probleme.

Das Aufstehen aus dem Bett verdient besondere Aufmerksamkeit, denn gerade morgens ist der Rücken am verletzlichsten – die Bandscheiben sind nach der Nacht mit Flüssigkeit gefüllt und deutlich empfindlicher gegenüber Belastungen. Der richtige Ablauf ist, sich zunächst auf die Seite zu drehen, dann die Beine aus dem Bett zu schwingen und sich erst dann mit den Händen aufzustützen und den Oberkörper aufzurichten. Dieses scheinbar banale Ritual kann die morgendlichen Schmerzen deutlich reduzieren und das Wiederauftreten akuter Stiche verhindern.

Sitzen ist ein weiterer kritischer Punkt. Der durchschnittliche Tscheche verbringt vor dem Bildschirm acht bis zehn Stunden täglich im Sitzen, was für die Wirbelsäule eine enorme Belastung darstellt – besonders wenn die Sitzhaltung falsch ist. Der Rücken sollte an der Rückenlehne angelehnt sein, die Füße vollflächig auf dem Boden, der Bildschirm auf Augenhöhe. Alle dreißig bis vierzig Minuten empfiehlt es sich aufzustehen, durch den Raum zu gehen oder ein paar einfache Bewegungen zu machen. Es gibt zahlreiche Studien, die bestätigen, dass unterbrochenes Sitzen für die Wirbelsäule deutlich weniger schädlich ist als ununterbrochenes statisches Sitzen, selbst wenn dieses in einer „idealen" Haltung erfolgt.

Das Aufheben von Gegenständen vom Boden sollte immer mit gebeugten Knien und geradem Rücken erfolgen – diese Regel kennt wohl jeder, aber in der Praxis hält sie kaum jemand ein. Dabei gehört genau diese Bewegung zu den häufigsten Auslösern akuter Schmerzen und ernsthafter Bandscheibenverletzungen. Es lohnt sich, sie bewusst zu üben, bis sie zur Gewohnheit wird.

Für diejenigen, die zu Hause oder in entfernten Büros arbeiten, ist auch ergonomisches Arbeitsmitteln eine gute Hilfe. Ein hochwertiges Lendenkissen, eine ergonomische Mausunterlage oder ein Laptopständer, der den Bildschirm auf die richtige Höhe bringt, sind kein unnötiger Luxus – sie sind Investitionen in die Gesundheit der Wirbelsäule, die sich in Form von weniger schmerzreichen Tagen auszahlen. Auf den Seiten des Staatlichen Gesundheitsamts finden sich praktische Empfehlungen für die ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes, die frei zugänglich und verständlich aufbereitet sind.

Es gibt noch einen weiteren Aspekt der Bewegung bei Rückenschmerzen, der oft übersehen wird: das Atmen. Tiefes Zwerchfellatmen aktiviert die tiefen Stabilisierungsmuskeln der Wirbelsäule – genau jene, die sie in der richtigen Position halten und vor Überlastung schützen. Viele Menschen mit chronischen Rückenschmerzen atmen flach, mit der Brust, und berauben damit die Wirbelsäule der natürlichen Stabilisierung, die richtiges Atmen bietet. Das bewusste Üben des Zwerchfellatmens – zum Beispiel nur fünf Minuten morgens und abends – kann eine überraschend wirksame Ergänzung zu anderen Maßnahmen sein.

Wenn man das alles zusammennimmt, ergibt sich ein ziemlich klares Bild: Rückenschmerzen sind kein Grund zur Immobilität, sondern eine Einladung zu anderer Bewegung – bewusster, schonender und durchdachter. Der Körper braucht Bewegung wie Luft. Die Wirbelsäule braucht Bewegung, um sich zu ernähren, zu regenerieren und geschmeidig zu bleiben. Und der Geist braucht Bewegung, damit er sich nicht in der Angst und Hilflosigkeit erschöpft, die chronische Schmerzen mit sich bringen.

Wenn der Schmerz länger als einige Tage anhält, sich verschlimmert oder von weiteren Symptomen wie Taubheitsgefühl in den Beinen, Schwäche oder Blasenproblemen begleitet wird, ist es unbedingt erforderlich, einen Arzt aufzusuchen. Diese Symptome können auf ein ernsteres Problem hinweisen, das eine fachärztliche Untersuchung erfordert. Aber bei der überwiegenden Mehrheit gewöhnlicher Rückenschmerzen – jener, die nach Überlastung, falscher Bewegung oder langem Sitzen auftreten – ist das beste Heilmittel genau vernünftige, regelmäßige und bewusste Bewegung. Ein bisschen Gehen, ein bisschen Dehnen, ein bisschen Aufmerksamkeit dafür, wie wir sitzen und aufstehen. Nichts Dramatisches – nur konsequente Fürsorge für den Körper, der uns jeden Tag trägt.

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