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Das Thema Verhütung gehört zu jenen, über die Frauen ihr ganzes Leben sprechen – und dennoch verändert sich das Gespräch mit jeder Dekade erheblich. Was mit zwanzig funktioniert hat, muss nach fünfunddreißig nicht mehr die ideale Wahl sein. Der Körper verändert sich, gesundheitliche Risiken verschieben sich und Lebensprioritäten sind oft völlig andere. Dennoch setzen viele Frauen die hormonelle Verhütung fast automatisch fort, ohne gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt tiefer darüber nachzudenken, ob dies für sie noch der beste Weg ist.

Es ist keine Frage der Angst oder der Ablehnung moderner Medizin. Es ist eine Frage der Information. Hormonelle Verhütung nach dem 35. Lebensjahr birgt nämlich spezifische Risiken, die in jüngerem Alter praktisch nicht existieren – und gleichzeitig gibt es eine ganze Reihe von Alternativen, die es wert sind, gekannt zu werden.


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Was sich im Körper nach fünfunddreißig verändert

Fünfunddreißig Jahre ist in der Gynäkologie eine Art imaginäre Grenze. Sie ist nicht willkürlich – sie ist durch Forschung belegt. Nach diesem Alter steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Blutgerinnsel, Migräne und bestimmte Tumorarten natürlicherweise an. Und genau diese Faktoren kommen ins Spiel, wenn eine Ärztin oder ein Arzt bewertet, ob die kombinierte hormonelle Verhütung – also jene, die sowohl Östrogen als auch Gestagen enthält – für eine bestimmte Frau geeignet ist.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat detaillierte Empfehlungen für die Verwendung von Verhütungsmethoden herausgegeben, die sogenannten Medical Eligibility Criteria for Contraceptive Use, die klar beschreiben, bei welchen Gesundheitszuständen und Lebenssituationen bestimmte Methoden ungeeignet oder riskant sind. Die kombinierte hormonelle Verhütung fällt in eine Kategorie, in der das Alter allein noch kein automatisches Verbot bedeutet – aber in Kombination mit anderen Faktoren kann es ein entscheidendes Argument für eine Änderung sein.

Zu diesen Faktoren gehört insbesondere das Rauchen. Eine Frau über 35, die raucht, sollte kombinierte hormonelle Verhütung überhaupt nicht anwenden – das Risiko für Thrombose und Schlaganfall ist in einem solchen Fall zu hoch. Ebenso ist erhöhte Vorsicht geboten bei Frauen mit Bluthochdruck, Migräne mit Aura, Diabetes mit Komplikationen, erhöhtem Cholesterinspiegel oder familiärer Vorbelastung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es geht nicht um theoretische Panikmache – es geht um reale gesundheitliche Konsequenzen, die durch Studien dokumentiert sind, die beispielsweise im British Medical Journal veröffentlicht wurden.

Dabei ist es wichtig zu betonen, dass viele Frauen nach fünfunddreißig diese Risikofaktoren nicht haben, gesund leben und die kombinierte Verhütung für sie weiterhin eine sichere Option sein kann. Das Schlüsselwort ist jedoch „individuelle Beurteilung" – und zwar eine wirklich individuelle, nicht nur eine routinemäßige Erneuerung des Rezepts einmal jährlich.

Stellen wir uns zum Beispiel Martina vor, eine vierzigjährige Buchhalterin aus Brünn, die seit ihrem achtzehnten Lebensjahr die kombinierte Pille genommen hat. Sie hat nie geraucht, treibt Sport, hat kein Übergewicht. Dennoch schlug ihr Gynäkologe bei einer Vorsorgeuntersuchung vor, gemeinsam Alternativen zu besprechen – nicht weil die Pille gefährlich wäre, sondern weil Martina in ein Alter eingetreten ist, in dem sich die natürlichen hormonellen Veränderungen zu zeigen beginnen und in dem es sinnvoll ist, darüber nachzudenken, ob synthetische Hormone noch ihren Bedürfnissen entsprechen. Martinas Körper verändert sich, und sie hat das Recht zu wissen, welche Möglichkeiten sie hat.

Hormonelle Verhütung nach 35: Risiken, die man nicht ignorieren kann

Eines der meistdiskutierten Themen ist der Zusammenhang zwischen hormoneller Verhütung und dem Risiko einer thromboembolischen Erkrankung. Östrogen erhöht die Blutgerinnungsfähigkeit, was bei jungen Frauen ohne weitere Risikofaktoren vernachlässigbar ist, aber mit dem Alter, sitzender Tätigkeit, eventuellen langen Flugreisen oder chirurgischen Eingriffen ändert sich die Situation. Forschungen bestätigen wiederholt, dass das absolute Risiko noch immer gering ist, aber der relative Anstieg im Vergleich zu Frauen, die keine hormonelle Verhütung anwenden, statistisch signifikant ist.

Ein weiteres Thema ist der Einfluss auf Stimmung und psychische Gesundheit. Viele Frauen über fünfunddreißig berichten, dass sie sich nach dem Absetzen der Pille „anders" fühlen – ruhiger, lebendiger, mehr sie selbst. Eine im JAMA Psychiatry veröffentlichte Studie belegte einen Zusammenhang zwischen hormoneller Verhütung und einem erhöhten Depressionsrisiko, wobei dieser Effekt bei Teenager-Mädchen ausgeprägter war, aber auch bei älteren Frauen vorhanden ist. Es geht nicht darum, Panik zu verbreiten, sondern darum, dass Frauen ein vollständiges Bild haben.

Wir dürfen auch den Einfluss auf die Libido nicht vergessen. Kombinierte Verhütung senkt den Testosteronspiegel, was zu einem verminderten sexuellen Verlangen führen kann. Für Frauen im mittleren Alter, die bereits mit natürlichen hormonellen Schwankungen zu kämpfen haben, kann dieser Effekt ausgeprägter sein als in jungen Jahren. Und obwohl darüber noch immer wenig gesprochen wird, geht es um Lebensqualität – und die ist wichtig.

Wie die britische Gynäkologin und Autorin des Buches Perimenopause Power, Maisie Hill, es treffend formulierte: „Viele Frauen wissen gar nicht, wie sie sich wirklich ohne synthetische Hormone fühlen, weil sie diese seit der Pubertät nehmen." Dieser Gedanke ist kein Aufruf, die Verhütung von heute auf morgen abzusetzen, sondern zum Nachdenken: Was braucht mein Körper eigentlich gerade jetzt?

Wann man Alternativen in Betracht ziehen sollte und welche Möglichkeiten es gibt

Der Wechsel zu einer anderen Verhütungsmethode ist kein Versagen und kein Rückzug – es ist eine vernünftige Antwort auf die sich verändernden Bedürfnisse des Körpers. Alternativen zur hormonellen Verhütung sind heute viel vielfältiger als vor zwanzig Jahren und es lohnt sich, sie zu kennen.

Das Intrauterinpessar (IUP) in seiner hormonellen Version – am bekanntesten ist die Mirena – gibt nur lokal wirkendes Gestagen ab und enthält kein Östrogen. Für viele Frauen nach fünfunddreißig ist dies ein ausgezeichneter Kompromiss: zuverlässiger Schutz, minimale systemische Hormonwirkung, dazu mit einem günstigen Effekt auf starke Menstruationsblutungen, die in diesem Alter häufig sind. Das Kupfer-Intrauterinpessar arbeitet dagegen überhaupt nicht mit Hormonen – es ist eine rein mechanische Methode mit hoher Zuverlässigkeit.

Die Gestagen-„Minipille" ist eine weitere Möglichkeit für Frauen, die orale Verhütung bevorzugen, aber Östrogen vermeiden möchten. Sie enthält kein Östrogen und ist daher auch für Raucherinnen oder Frauen mit Migräne mit Aura geeignet – Gruppen, für die die kombinierte Pille kontraindiziert ist.

Barrieremethoden – Kondome, Portiokappe oder Diaphragma – erleben in den letzten Jahren eine Renaissance, und zwar nicht nur als Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Für Frauen in langjährigen Partnerschaften, bei denen das STI-Risiko gering ist und bei denen das natürliche Ende der fruchtbaren Jahre naht, können sie völlig ausreichend sein.

Erwähnenswert sind auch Methoden zur Beobachtung der Fruchtbarkeit (FAM – Fertility Awareness Methods), die die Messung der basalen Körpertemperatur, die Beobachtung des Zervixschleims und gegebenenfalls digitale Hilfsmittel kombinieren. Moderne Apps wie Natural Cycles, die eine FDA-Zertifizierung als Verhütungsmethode erhalten hat, bringen eine wissenschaftliche Grundlage in diesen Ansatz. Es muss jedoch offen gesagt werden: Diese Methoden erfordern Disziplin, Regelmäßigkeit und sind weniger zuverlässig als hormonelle oder intrauterine Methoden – insbesondere bei Frauen mit unregelmäßigen Zyklen.

Für Frauen, die sicher sind, dass sie keine Kinder mehr haben möchten, ist Sterilisation – Tubenligatur – eine dauerhafte und hochzuverlässige Möglichkeit. Ebenso ist die Vasektomie des Partners ein sicherer, einfacher und in einer langjährigen Partnerschaft sehr praktischer Schritt.

Was natürliche Ansätze zur Unterstützung des hormonellen Gleichgewichts betrifft, greifen immer mehr Frauen zu Nahrungsergänzungsmitteln, Adaptogenen oder Produkten, die den natürlichen hormonellen Zyklus unterstützen. Diese Mittel sind kein Ersatz für Verhütung, können aber dem Körper helfen, den Übergang in die Perimenopause besser zu bewältigen und eventuelle Stimmungsschwankungen oder einen unregelmäßigen Zyklus zu mildern. Solche Produkte für natürliche Gesundheit und hormonelles Wohlbefinden finden Sie beispielsweise im Angebot des Onlineshops Ferwer, der sich auf natürliche und ökologische Produkte für einen gesunden Lebensstil spezialisiert hat.

Wie man das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt führt

Eine große Rolle spielt dabei, wie das Thema Alternativen überhaupt angesprochen wird. Viele Frauen geben zu, dass sie Angst haben, von der Ärztin oder dem Arzt „abgewimmelt" zu werden oder nicht ernst genommen zu werden. Dabei umfasst eine qualitativ hochwertige gynäkologische Versorgung genau diese Diskussion – und die Frau hat das Recht, sie zu initiieren.

Vor dem Arztbesuch ist es sinnvoll, einige Dinge zu klären: Habe ich Risikofaktoren (Rauchen, Bluthochdruck, Migräne mit Aura, familiäre Vorbelastung für Thrombose)? Bin ich zufrieden damit, wie ich mich unter der Pille fühle – körperlich und psychisch? Plane ich noch eine Schwangerschaft oder nicht? Wie wichtig ist mir die Einfachheit der Methode im Vergleich zu einem minimalen Eingriff in den natürlichen Zyklus?

Diese Fragen sind nicht akademisch – sie sind die grundlegenden Bausteine einer informierten Entscheidung. Und genau eine informierte Entscheidung ist es, die am Anfang jeder Verhütungswahl stehen sollte – unabhängig vom Alter, aber umso mehr nach fünfunddreißig, wenn der Körper in eine neue Phase seiner natürlichen Entwicklung eintritt.

Die Vierziger sind für viele Frauen eine Zeit, in der sie sich zum ersten Mal wirklich fragen, was ihr Körper braucht – nicht was am bequemsten ist oder was seit dem zwanzigsten Lebensjahr funktioniert. Und das ist eigentlich ein großartiger Ausgangspunkt. Der Wechsel zu einer anderen Verhütungsmethode kann der erste Schritt zu einem tieferen Verständnis des eigenen Körpers und zu einer Selbstfürsorge sein, die über routinemäßige Arztbesuche hinausgeht. In einer Zeit, in der wir Zugang zu Informationen, Fachempfehlungen und natürlichen Alternativen haben, gibt es keinen Grund, bei Möglichkeiten zu bleiben, die uns nicht mehr dienen.

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Kategorie Suche Korb