Ladegeräte im Steckdose verbrauchen unnötig Energie im Leerlauf
Fast jeder von uns tut es. Das Ladegerät vom Handy, Tablet oder Laptop bleibt auch lange nach dem vollständigen Aufladen oder dem Trennen des Geräts in der Steckdose stecken. Das scheint eine Kleinigkeit zu sein – schließlich kann so ein kleiner Plastikkasten doch keine nennenswerte Energie verbrauchen, oder? Doch genau diese kleine Unachtsamkeit, multipliziert mit Millionen von Haushalten und Dutzenden von Geräten, bildet einen der größten versteckten Energieverlustpunkte in modernen Haushalten.
Das Phänomen, das Energieexperten als „Standby-Verbrauch" oder auch Bereitschaftsverbrauch bezeichnen, umgangssprachlich auch „Vampirenergie" genannt, ist dabei gut dokumentiert. Laut Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) kann der Bereitschaftsverbrauch elektronischer Geräte bis zu 10 % des gesamten jährlichen Stromverbrauchs in einem durchschnittlichen Haushalt ausmachen. Und Ladegeräte gehören zu den Hauptverursachern.
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Was passiert eigentlich im Inneren eines Ladegeräts in der Steckdose?
Um das klarzustellen – ein Ladegerät, das ohne angeschlossenes Gerät in der Steckdose steckt, ist nicht „ausgeschaltet". Es ist ein Transformator, der kontinuierlich die Wechselspannung aus dem Netz (230 V in Europa) in eine niedrigere Gleichspannung umwandelt. Auch wenn am anderen Ende des Kabels nichts angeschlossen ist, entnimmt das Ladegerät weiterhin eine gewisse Energiemenge, nur um „bereit" zu sein. Dieser Zustand wird technisch als No-Load-Verbrauch – Leerlaufverbrauch bezeichnet.
Die konkreten Werte unterscheiden sich je nach Alter, Qualität und Typ des Ladegeräts. Ältere, weniger effiziente Modelle aus der Zeit vor 2010 können im Ruhemodus bis zu 1–2 Watt verbrauchen. Moderne Ladegeräte mit Energy-Star-Zertifizierung oder solche, die der europäischen ErP-Norm (Energy-related Products) entsprechen, sind deutlich sparsamer, und ihr Leerlaufverbrauch liegt unter 0,1 Watt, im besten Fall sogar unter 0,01 Watt. Auf den ersten Blick eine vernachlässigbare Zahl – aber Achtung, es kommt auf den Kontext an.
Stellen wir uns eine konkrete Situation vor: Jana arbeitet von zu Hause und hat im Wohnzimmer dauerhaft ein Ladegerät für ihr Handy, ein Ladegerät für ihr Notebook, ein Ladegerät für kabellose Kopfhörer und ein Ladegerät für ihre Smartwatch eingesteckt. Jedes davon verbraucht im Durchschnitt 0,3 Watt im Leerlauf. Vier Ladegeräte zusammen nehmen also 1,2 Watt ununterbrochen ab – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Das entspricht ungefähr 10,5 kWh jährlich allein für diese vier scheinbar harmlosen Netzteile. Bei einem durchschnittlichen Strompreis in Tschechien von rund 6 Kč pro kWh (laut Energieregulierungsbehörde) ergibt das zwar nur etwa 63 Kronen pro Jahr – was für sich genommen nicht dramatisch klingt – aber das ist erst der Anfang der Geschichte.
Das Problem liegt nämlich nicht in einem Ladegerät oder in einem Haushalt. Eine durchschnittliche tschechische Familie besitzt heute 5 bis 10 Ladegeräte verschiedener Art, wobei die meisten davon auch dann eingesteckt bleiben, wenn sie nicht benutzt werden. Wenn wir dazu noch andere Geräte im Bereitschaftsmodus hinzurechnen – Fernseher, Set-Top-Boxen, Mikrowellen mit leuchtendem Display, Router, Drucker – kann der gesamte Bereitschaftsverbrauch eines Haushalts leicht 50 bis 100 Watt ununterbrochen erreichen. Dann reden wir bereits von Hunderten von Kilowattstunden und Hunderten von Kronen jährlich.
Wie misst man, wie viel Energie das eigene Ladegerät tatsächlich verbraucht?
Wer den genauen Verbrauch seiner Ladegeräte und anderer Geräte herausfinden möchte, findet im Wattmeter das zuverlässigste Werkzeug – ein kleines Gerät, das zwischen Steckdose und Verbraucher eingesteckt wird und die aktuelle Leistungsaufnahme in Watt sowie den Gesamtverbrauch in kWh über die Zeit anzeigt. Es ist für einige hundert Kronen erhältlich und für einen Haushalt, der sich für Energieeinsparungen interessiert, eine sehr praktische Investition.
Generell gilt: Je älter das Ladegerät, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines unnötigen Leerlaufverbrauchs. Große, schwere Netzteile mit Ferritkern (typischerweise ältere Ladegeräte für Nokia-Handys oder ältere Notebooks) gehören zu den schlimmsten. Moderne kompakte Ladegeräte mit GaN-Technologie (Galliumnitrid) sind hingegen nicht nur kleiner und schneller, sondern auch deutlich effizienter – ihr Leerlaufverbrauch ist minimal.
Einen interessanten Vergleich hat beispielsweise das amerikanische Lawrence Berkeley National Laboratory durchgeführt, das den Bereitschaftsverbrauch von Unterhaltungselektronik langfristig beobachtet. Ihre Forschungen zeigen, dass ein durchschnittliches Handy-Ladegerät im Leerlauf etwa 0,26 Watt verbraucht, während ein Notebook-Ladegerät im Ruhezustand sogar 4,42 Watt erreichen kann. Diese Werte unterscheiden sich natürlich von Modell zu Modell, bieten aber einen guten Rahmen für eine Schätzung.
Wie der Energieberater und Publizist Vaclav Novotný einmal treffend bemerkte: „Die größten Energieeinsparungen liegen nicht in teuren Technologien, sondern in kleinen Gewohnheiten, die null Kronen kosten." Und genau das Ausstecken von Ladegeräten aus der Steckdose ist eine der einfachsten und dabei am meisten übersehenen Gewohnheiten.

Eine praktische Lösung für diejenigen, die nicht ständig darüber nachdenken möchten, was ein- und ausgesteckt ist, sind Verlängerungskabel mit Schalter. Mit einem einzigen Knopfdruck lässt sich eine ganze Gruppe von Ladegeräten auf einmal trennen – zum Beispiel am Nachttisch oder am Schreibtisch. Eine noch ausgefeiltere Lösung sind sogenannte smarte Steckdosen, die über eine App gesteuert oder auf automatisches Ausschalten zu einer bestimmten Uhrzeit programmiert werden können. Solche Produkte finden Sie beispielsweise im Angebot ökologisch ausgerichteter Online-Shops wie Ferwer, die sich auf praktische Werkzeuge für einen nachhaltigen Haushalt konzentrieren.
Wichtig ist auch zu erwähnen, dass das Problem des Bereitschaftsverbrauchs nicht nur Geld betrifft. Jede Kilowattstunde Strom, die in Tschechien unnötig verbraucht wird, trägt zu CO₂-Emissionen bei – und das auch in einer Zeit, in der sich der Energiemix allmählich vergrünt. Laut Daten des Tschechischen Hydrometeorologischen Instituts und Eurostat liegen die mit der Stromerzeugung in der Tschechischen Republik verbundenen Emissionen bei etwa 400–500 Gramm CO₂ pro kWh. Die 10,5 kWh jährlich für vier Ladegeräte aus Janas Haushalt entsprechen also ungefähr 4–5 Kilogramm CO₂ – und das nur für Ladegeräte, nur für einen Haushalt.
Wenn man diese Zahlen auf die gesamte tschechische Bevölkerung überträgt, gelangt man zur Größenordnung von Zehntausenden Tonnen CO₂ jährlich, die einzig und allein dadurch entstehen, dass Ladegeräte nutzlos eingesteckt bleiben. Das ist keine abstrakte Zahl – es ist ein realer Beitrag zur Emissionsbilanz des Landes, der sich nahezu kostenlos und ohne jegliche Komforteinschränkung eliminieren ließe.
Es ist erwähnenswert, dass die Europäische Union dieses Problem erkennt und gesetzgeberisch darauf reagiert. Die EU-Ökodesign-Verordnung (ErP-Richtlinie) verschärft schrittweise die Anforderungen an den maximalen Leerlaufverbrauch von Geräten. Seit 2013 gilt, dass in der EU verkaufte Ladegeräte einen Leerlaufverbrauch von nicht mehr als 0,5 Watt haben dürfen, seit 2016 gilt sogar ein noch strengerer Grenzwert von 0,3 Watt. Das bedeutet, dass neu gekaufte Ladegeräte in dieser Hinsicht deutlich besser sind als ältere Modelle – aber ältere Netzteile leben weiterhin in Millionen von Haushalten und werden von niemandem automatisch ausgetauscht.
Es ist daher sinnvoll, von Zeit zu Zeit einen Blick in die Steckdosen zu werfen und darüber nachzudenken, was darin steckt und warum. Ein Ladegerät, das seit vier Jahren unbenutzt hinter dem Schrank hängt „für den Notfall", muss wahrscheinlich nicht dauerhaft ans Netz angeschlossen sein. Und genauso das Ladegerät am Bett, das tagsüber nur wartet – man könnte es morgens ausstecken und abends wieder einstecken.
Eine Verhaltensänderung muss dabei weder radikal noch unbequem sein. Es reicht, einfache Rituale zu entwickeln – Ladegeräte beim Verlassen des Hauses ausstecken, ein Verlängerungskabel mit Schalter beim Fernseher verwenden, keine neuen Ladegeräte kaufen, wenn die alten ausreichen, und beim Kauf neuer Modelle zertifizierte Geräte mit niedrigem Stromverbrauch wählen. Diese kleinen Schritte machen sich in der Summe sowohl auf der Stromrechnung als auch im ökologischen Fußabdruck des Haushalts bemerkbar.
Ein ökologisch bewusster Umgang mit Energie bedeutet dabei kein Verzicht – er bedeutet Bewusstsein. Zu wissen, was wann und warum Energie verbraucht, ist der erste Schritt dazu, dass ein Haushalt effizienter funktioniert. Und nutzlos eingesteckte Ladegeräte sind in dieser Hinsicht ein hervorragendes Beispiel dafür, wie ein kleiner, unsichtbarer Verbrauch in der Summe eine große unnötige Ausgabe bildet – sowohl energetisch als auch finanziell. Je früher wir dieses Prinzip verinnerlichen, desto leichter wird es uns fallen, Energie als wertvolle Ressource zu betrachten, mit der es sich lohnt, besonnen umzugehen.