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# Kochen Sie mit dem ganzen Sellerie – von der Knolle bis zum Kraut

Sellerie ist ein Gemüse, das in der tschechischen Küche seit Generationen einen festen Platz hat. Und dennoch nutzen die meisten von uns ihn nur zur Hälfte – oder eher zu einem Drittel. Einen üppigen Selleriestrauß mit Kraut zu kaufen, die grünen Blätter abzuschneiden und sie in den Mülleimer zu werfen, ist in vielen Haushalten absolute Routine. Dabei verbirgt sich gerade in diesen „Resten" eine unglaubliche Menge an Geschmack, Nährstoffen und kulinarischem Potenzial. Sellerie ist nämlich ein Gemüse, das sich wirklich vollständig verwerten lässt – von der festen Knolle über die knackigen Stängel bis hin zum duftenden Kraut – und jeder Teil verdient einen Platz auf dem Teller.

Sellerie (botanisch Apium graveolens) wird in drei grundlegenden Formen angebaut: Knollensellerie, den wir als runde braune Knolle kennen; Stangensellerie, dessen hellgrüne Stängel die Grundlage vieler Salate und Suppen bilden; und Blättersellerie, der vor allem wegen seines aromatischen Krauts angebaut wird. In tschechischen Geschäften und auf Märkten begegnen wir am häufigsten dem Knollensellerie, der oft auch mit Kraut verkauft wird – und genau diese Kombination ist eine Goldgrube für jeden, der keine Lebensmittel verschwenden und aus jeder Zutat das Maximum herausholen möchte.


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Die Knolle: die Grundlage, die jeder kennt

Die Sellerieknolle ist zweifellos der bekannteste Teil dieses Gemüses. Ihr erdiger, leicht würziger Geschmack macht Sellerie zu einem unverzichtbaren Grundbestandteil von Suppen, Brühen und Soßen. Es ist kein Zufall, dass das klassische tschechische Suppengemüse-Trio – Möhre, Petersilie, Sellerie – so tief in unserer gastronomischen Tradition verwurzelt ist. Die Sellerieknolle verleiht Gerichten Tiefe und Fülle, die durch eine andere Zutat nur schwer zu ersetzen ist.

Die Knolle lässt sich auf unzählige Arten zubereiten. Roh gerieben in Salaten bringt sie Frische und eine milde Schärfe – der klassische Selleriesalat mit Mayonnaise und Apfel ist dafür der beste Beweis. Weich gekocht eignet sie sich hervorragend für die Zubereitung von Püree, das klassisches Kartoffelpüree elegant ersetzen kann. Selleriepüree mit etwas Butter, Sahne und Meersalz ist dabei nicht nur köstlich, sondern auch deutlich leichter als die Kartoffelversion. Geröstete Knolle hingegen gewinnt eine karamellisierte Süße und knusprige Textur – in Würfel geschnitten, gesalzen und im Ofen mit Olivenöl und Thymian geröstet, wird sie zu einer Beilage, die selbst die größten Skeptiker überrascht.

Sellerie ist zudem ernährungsphysiologisch sehr wertvoll. Laut Daten des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) enthält die Sellerieknolle Vitamin K, Vitamin C, Phosphor und Ballaststoffe, ist dabei aber relativ kalorienarm. Hundert Gramm rohe Knolle enthalten etwa 42 Kalorien, sodass sie sich auch für Ernährungspläne mit leichterer Kost eignet.

Bei der Zubereitung der Knolle ist es wichtig, sie richtig zu schälen – die Schale ist oft rau und hat einen stärkeren Geschmack. Am einfachsten ist es, ein scharfes Messer zu verwenden und schichtweise zu schneiden, ähnlich wie beim Schälen einer Ananas. Nach dem Schälen kann die Knolle in Scheiben, Würfel geschnitten oder gerieben werden – je nach beabsichtigter Verwendung. Wenn sie roh für einen Salat vorbereitet wird, empfiehlt es sich, sie gleich nach dem Schneiden mit Zitronensaft zu beträufeln, damit sie nicht braun wird.

Stängel und Kraut: vergessene Schätze

Während die Knolle die verdiente Aufmerksamkeit genießt, sind Stängel und Kraut des Selleries in tschechischen Küchen noch immer etwas vernachlässigte Gäste. Und das ist sehr schade, denn gerade diese Teile bieten intensiven Geschmack und überraschende Vielseitigkeit.

Stangensellerie, der als eigenständiges Gemüse im Bund verkauft wird, ist in englischsprachigen Ländern eine absolute Selbstverständlichkeit – ohne ihn ist Minestrone-Suppe, Waldorf-Salat oder die berühmte Bloody Mary undenkbar. In Tschechien findet er aber erst langsam Eingang in das Bewusstsein heimischer Köche. Selleriesstängel sind knackig, saftig und haben einen ausgeprägten, leicht bitteren Geschmack, der süßere Zutaten wunderbar ausgleicht. Roh eignen sie sich als Dip-Beilage, kleingeschnitten in Gemüsesalaten oder als Snack-Stäbchen zu Hummus. Durch Wärmebehandlung werden sie weicher und ihr Geschmack milder – gedünstet mit Zwiebeln und Knoblauch bilden sie eine aromatische Grundlage für Soßen und Schmorgerichte.

Selleriekraut – also die grünen Blätter an der Spitze der Stängel oder der Knolle – ist dann eine wahre aromatische Bombe. In seiner Intensität erinnert es an Petersilie, hat aber einen tieferen, erdigeren Ton. Genau deshalb kann es in Rezepten vollwertig als Petersilienersatz dienen oder damit kombiniert werden. Gehackte Sellerieblätter beleben jede Suppe, Risotto oder Soße, wenn sie kurz vor dem Servieren hinzugefügt werden. Sie funktionieren auch hervorragend als Bestandteil von Salatdressings oder Pesto – einfach mit Olivenöl, Knoblauch, Parmesan und Pinienkernen mixen, und schon entsteht eine überraschend aromatische Paste, die zu Nudeln, Fisch und gegrilltem Gemüse passt.

Selleriekraut lässt sich auch trocknen und als Gewürz aufbewahren – einfach auf einem Backblech ausbreiten und im Ofen bei niedriger Temperatur (etwa 50 °C) einige Stunden trocknen lassen. Das entstandene Gewürz verleiht dann Suppen, Schmorgerichten oder sogar hausgemachten Fleischprodukten Tiefe. Auf diese Weise lässt sich auch Kraut verarbeiten, das sonst im Kompost landen würde – und so Lebensmittelverschwendung auf ein Minimum reduzieren.

Der berühmte französische Koch Auguste Escoffier sagte einst: „Gute Küche beginnt mit hochwertigen Zutaten und dem Respekt ihnen gegenüber." Sellerie ist genau jene Zutat, die solchen Respekt verdient – vollständig, von der Wurzel bis zum Blatt.

Rezepte, die den ganzen Sellerie verwerten

Damit diese Ratschläge nicht nur in der Theorie bleiben, lohnt es sich, eine konkrete Situation vorzustellen. Nehmen wir zum Beispiel einen Samstagseinkauf auf dem Bauernmarkt: Man kommt mit einem üppigen Bund Knollensellerie nach Hause, komplett mit Knolle, Stängeln und frischem Kraut. Anstatt das Kraut im Mülleimer zu entsorgen, lassen sich aus einem einzigen Sellerie gleich mehrere Gerichte für die ganze Woche zubereiten.

Aus der Knolle entsteht die Grundlage für eine hausgemachte Gemüsebrühe – zusammen mit Möhre, Petersilie und Zwiebel wird sie langsam eine Stunde geköchelt, und das Ergebnis ist eine goldene, geschmacksreiche Flüssigkeit, die die ganze Woche als Basis für Suppen und Soßen dient. Die übrig gebliebenen gekochten Knollenstücke können zu einer sämigen Cremesuppe mit etwas Sahne und Muskatnuss püriert und als feine Suppe serviert werden. Die Stängel werden währenddessen in Stücke geschnitten und mit Olivenöl, Knoblauch und Kirschtomaten angebraten – eine einfache Beilage, in zehn Minuten fertig. Und aus dem Kraut wird ein Pesto zubereitet, das in einem Glas im Kühlschrank aufbewahrt wird und die ganze Woche als schnelle Ergänzung zu Brot, Nudeln oder gegrilltem Fleisch hält.

Ganzer Sellerie mit Knolle, Stängeln und Kraut in einem flachen Food-Foto mit Schälchen Pesto, Püree und Brühe

Selleriepüree ist ein weiteres Rezept, das es wert ist, ausprobiert zu werden. Die Knolle wird in Würfel geschnitten, in gesalzenem Wasser weich gekocht, abgegossen und mit einem Löffel Butter, etwas Sahne und einer Prise Muskatnuss püriert. Das Ergebnis ist samtig glatt, leicht nussig und überraschend fein – eine wunderbare Begleitung zu gebratenem Fleisch oder Fisch. Wer experimentieren möchte, kann etwas gerösteten Knoblauch oder einen Tropfen Trüffelöl hinzufügen.

Für Salat-Liebhaber ist der klassische Selleriesalat mit Apfel fast schon Pflicht. Die rohe Knolle wird grob gerieben, ein geschnittener süß-saurer Apfel (die Sorte Granny Smith eignet sich hervorragend) hinzugefügt, dazu ein Löffel Mayonnaise oder griechischer Joghurt, etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer. Wer möchte, kann Walnüsse für Knusprigkeit oder Rosinen für einen Hauch Süße hinzufügen. Der Salat schmeckt am besten, wenn er eine Stunde im Kühlschrank ruht, damit sich die Aromen verbinden.

Und was ist mit Resten? Auch sie haben ihren Platz. Sellerieeschalen, abgeschnittene Stängelenden und ältere Krautblätter können direkt in einen Topf mit Wasser für Brühe wandern – oder in den Gefrierschrank, wo Gemüsereste für eine spätere Grundlage gesammelt werden. Dieser Ansatz, der in der englischsprachigen Welt als „Root-to-Stem Cooking" (Kochen von der Wurzel bis zum Stängel) bezeichnet wird, ist eine der einfachsten Möglichkeiten, Lebensmittelverschwendung ohne großen Aufwand zu reduzieren. Die FAO schätzt, dass etwa ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel verschwendet wird – und genau solche kleinen Schritte in der heimischen Küche können zur Veränderung beitragen.

Sellerie ist schlicht ein Gemüse, das mehr zu bieten hat, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Seine Knolle, Stängel und sein Kraut haben jeweils ihren eigenen Charakter, ihren eigenen Geschmack und ihren eigenen Platz in der Küche. Es genügt, die eingefahrene Gewohnheit zu überwinden, nur nach der braunen Knolle zu greifen, und zu versuchen, mit der ganzen Pflanze zu arbeiten. Das Ergebnis ist nicht nur reichhaltigeres und abwechslungsreicheres Kochen, sondern auch das Bewusstsein, dass aus einer Zutat wirklich alles herausgeholt wurde – und das ist ein Gefühl, das sich lohnt.

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